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„Girls Talking & Walking“ in Brake

Wenn aus einem Spaziergang Freundschaften werden

In Brake an der Weser zeigt sich ziemlich eindrucksvoll, dass gute Ideen nicht nur in Großstädten entstehen müssen. Manchmal reicht eine kleine Stadt, ein lockerer Ansatz – und der Wunsch, einfach mal neue Leute kennenzulernen.

Die nächsten Termine –
17.05., 21.06., 19.07., 16.08. und jeden 3. Sonntag so weiter ...

Genau daraus ist in Brake ein besonderer Trend geworden: Frauen treffen sich zum gemeinsamen Spazierengehen, Reden und Netzwerken. Das Ganze läuft unter dem Namen „Girls Talking & Walking“ und ist inzwischen weit mehr als nur ein nettes Freizeitangebot. Es ist ein Treffpunkt, ein soziales Netzwerk – nur eben analog, zu Fuß und ganz ohne Hürden.

Alles begann 2024 mit einer einfachen Idee

Initiiert wurde das Format von Alexandra Geisel aus Brake. Inspiriert durch ihre Tochter, die in Hamburg an einem ähnlichen Walk teilgenommen hatte, dachte sie sich: Warum nicht auch hier?

Gesagt, getan. 2024 organisierte sie den ersten Spaziergang – kostenlos, offen für alle Frauen, ohne Anmeldung, ohne Verpflichtungen. Einfach kommen und mitlaufen.

Das Interesse war sofort da: Beim ersten Treffen waren rund 50 Frauen dabei.

Von 30 bis 80 – jede Generation läuft mit

Heute ist „Girls Talking & Walking“ in Brake fest etabliert. Und das Schöne daran: Es spielt keine Rolle, wie alt du bist.

Die jüngsten Teilnehmerinnen sind etwa 30 Jahre alt, die älteste ist 80. Und genau diese Mischung macht den Reiz aus. Manche Frauen kennen sich inzwischen gut und laufen gezielt zusammen, andere nutzen die Gelegenheit, jedes Mal neue Gespräche zu führen.

Insgesamt sind inzwischen über 100 Kontakte in einer WhatsApp-Gruppe entstanden. Wer möchte, kann dort mitmachen – muss aber nicht. Auch über Instagram und Facebook unter @brakegirlstalkingwalking gibt es Infos, ganz ohne Verpflichtung oder Abo.

Ein fester Treffpunkt – ganz ohne Chaos

Nach ein paar Anläufen hat sich ein klarer Ablauf etabliert: Treffpunkt ist immer die Kaje in Brake. Jeden dritten Sonntag im Monat geht es dort um 11.30 Uhr los.

Von dort aus wird etwa eine Stunde gemeinsam spaziert. Danach bleibt die Gruppe oder ein Teil der Gruppe oft noch zusammen sitzen – je nach dem, was als Hangout geplant war, oder man organisiert spontan ein Picknick, je nach Wetterlage.

Du entscheidest, wie viel du daraus machst

Das Konzept ist bewusst offen gehalten. Niemand muss sich festlegen, niemand muss immer dabei sein. Manche Frauen treffen sich regelmäßig mit denselben Laufpartnerinnen, andere wechseln jedes Mal die Gesprächspartnerinnen.

Alexandra Geisel bringt es auf den Punkt: Sie organisiert nur den Rahmen. Was daraus entsteht, liegt bei den Teilnehmerinnen selbst.

Und genau daraus ist bereits mehr geworden: Einige Gruppen haben sich unabhängig vom Walk gebildet – zum Beispiel zum gemeinsamen Stricken oder für andere Treffen, z. B. ins Kino gehen. 

Mal 20, mal 40 Frauen – immer anders, immer offen

Die Gruppengröße schwankt stark. Mal sind es 20 Teilnehmerinnen, mal über 40. Und genau diese Dynamik macht den Charakter der Treffen aus.

Es gibt keinen festen Druck, keine Erwartungen, keine Verpflichtungen. Du kommst, wenn du Lust hast – und gehst wieder, wenn es für dich passt.

Mehr als nur ein Spaziergang

Auf den ersten Blick ist es ein einfacher Walk. In Wirklichkeit steckt aber mehr dahinter: Begegnung, Austausch und manchmal der Beginn neuer Freundschaften.

In einer Zeit, in der vieles digital und schnelllebig ist, wirkt dieses Format fast schon entschleunigend – und genau deshalb trifft es offenbar einen Nerv.

Oder anders gesagt: Du gehst spazieren – und kommst im besten Fall mit neuen Kontakten, guten Gesprächen und vielleicht sogar neuen Freundschaften nach Hause.

Von Isabel Blok