
So kannst du Jungpflanzen für das neue Gartenjahr vorziehen
Im Winter kann das Warten auf den Frühling und die Gartensaison schon mal lang werden. Wer bereits loslegen will, kann ab Januar Jungpflanzen vorziehen und ihnen täglich beim Wachsen zuschauen – ein besonderes Glückserlebnis für jede Gärtnerin und jeden Gärtner.
Schritt für Schritt können so robuste Pflanzen kultiviert werden, die im Freiland schneller wachsen und eine reichere Ernte liefern. Mit ein paar nützlichen Tipps wird die Anzucht zum vollen Erfolg.
Eine gute Vorbereitung ist alles
Wenn die Grundlage stimmt, ist es gar nicht mehr so schwer Gemüse selbst vorzuziehen. Hierauf kommt es bei der Vorbereitung an:
1. Keimfähiges Saatgut
Das verwendete Saatgut sollte einwandfrei und qualitativ hochwertig sein. Bei älteren Samen sollte vorher eine Keimprobe gemacht werden.
2. Richtiger Zeitpunkt
Verschiedene Gemüsesorten haben unterschiedliche Aussaatzeiten. Entscheidend ist, dass sie nicht zu früh ausgesät werden, damit sie vor dem Umzug ins Freiland nicht zu groß werden.
3. Spezielles Pflanzsubstrat
Es sollte immer spezielle Anzuchterde verwendet werden. Diese ist nährstoffarm und gut durchlüftet, was ein kräftiges Wurzelwachstum fördert.
4. Passende Pflanzgefäße
Anzuchttöpfe sind ideal für die Entwicklung des Saatguts zur Jungpflanze. Alte Anzuchtgefäße aus dem Vorjahr sollten vor dem Bepflanzen gründlich gereinigt werden.
5. Heller Standort
Damit das Gemüse keimen kann, braucht die Saat einen möglichst hellen und warmen Standort ohne Zugluft. Dazu bieten sich am besten Fensterplätze ohne Heizungsluft an, die nach Süd-Osten gerichtet sind. Alternativ hilft eine spezielle Anzuchtlampe. Ein Mini-Gewächshaus kann ebenfalls sinnvoll sein.
Los geht’s: Aussaat und Keimung
Je nach Pflanzenart variiert die Tiefe, in die die Samen gesetzt werden sollten. Lichtkeimer, wie Kopfsalat, benötigen nur eine dünne Erdschicht, während Dunkelkeimer wie Erbsen tiefer in die Erde eingebracht werden müssen. Im Zweifel die Saatkörner nicht zu eng oder direkt einzeln so tief in die Erde geben, wie sie groß sind. Eine gleichmäßige Feuchtigkeit der Erde ist entscheidend, um die Keimung zu unterstützen. Hier empfiehlt sich eine Sprühflasche, um das Substrat feucht, aber nicht nass zu halten.
Pikieren: Mehr Platz für kräftige Pflanzen
Sobald die ersten richtigen Blätter nach den Keimblättern erscheinen, ist es Zeit, die Pflanzen zu pikieren. Dabei werden die stärksten Sämlinge in größere Töpfe mit nährstoffreicherer Erde umgesetzt. Dies fördert die Wurzelentwicklung und verhindert, dass die Pflanzen aufgrund von Platzmangel eingehen.
Abhärtung und Auspflanzen
Bevor die Jungpflanzen ins Freiland gesetzt werden, müssen sie abgehärtet werden. Dazu stellt man sie schrittweise für einige Stunden ins Freie, zunächst im Schatten und später in die Sonne. Dieser Prozess hilft den Pflanzen, sich an die Außentemperaturen und direkte Sonneneinstrahlung zu gewöhnen, was das Risiko von Schäden durch Sonnenbrand oder Kälteeinbrüche reduziert.
Von Janine Schulze
